Umwelt – Auto – Aktionismus: Emotion statt Ratio!

Umwelt – Auto – Aktionismus: Emotion statt Ratio!

Autor: Martin Eggloff, meos automotive consulting

Die neuen CO2 Zielvorgaben für Automobile bis 2030 haben wieder mal gezeigt, dass man sich in Deutschland schwer tut, über solch verknüpfte Themen zu „Umwelt“ und „Auto“ emotionslos zu diskutieren und zu berichten.

Bei unserer kleinen Meinungsbefragung des mündigen Bürgers zu diesem Thema kam heraus, dass sich die Probanden generell in drei Gruppen einteilen lassen:

  1. Die Umweltbewussten, denen alle Regulierungen zu Emissionen, Höchstgeschwindigkeiten, Fahrverboten usw. noch nicht weit genug gehen und den Individualverkehr am liebsten abschaffen würden.

  2. Die Autoenthusiasten, die ihre individuelle, automobile Freiheit über alles stellen und weitere Einschränkungen als Eingriff in ihre persönliche Lebenswelt empfinden.

  3. Die Kompromissorientierten, die eine aktive ökonomisch / ökologisch ausgewogene Politik wünschen und Maßnahmen, die zu einer steten Verbesserung der Umwelt führen, aber ohne Gefahr für Wirtschaft, Arbeitsplätze und Einkommen herauf zu beschwören sondern auch hier auf eine weitere dynamische Wirtschaftsentwicklung setzen.

Die meisten Befragten – Wen wundert es? – gehören zur Gruppe 3, also den Kompromissorientierten. Warum gibt es dann in den Medien, bei Politik, Industrie und Verbänden diese emotional geführten Debatten mit Extremforderungen, Hyperaktionismus und Verunglimpfungen der Andersdenkenden? Auch das Thema  „CO2 Grenzwerte“ ist zu wichtig, um auf dem Altar von „emotionalen Aufmerksamkeitsdebatten und -meldungen“ geopfert zu werden. Und vor allem: Es wäre gar nicht nötig!

Die meisten Befragten wünschen sich zu diesen Themen:

  • eine objektive und ausbalancierte Berichterstattung  mit mehr Information statt Emotion
    (viele haben den Eindruck dass die Presse der Zielgruppe der Umweltbewussten mehr Aufmerksamkeit schenkt und man als Autofahrer generell als „Umweltsünder“ abgestempelt ist und sich immer mehr in einer Defensivposition befindet)

  •  eine politische Auseinandersetzung mit diesen Themen, die weniger aufmerksamkeitshaschende „Feindbilder“ nutzt, sondern die größeren Umweltsünden und -sünder anprangert, auch wenn dies der steinigere Weg ist
    a) der Mensch trägt zum CO2 Ausstoß nur zu rund 3 Prozent bei und der Individualverkehr davon nur einen geringen Teil.
    b) eine klare und eindeutige Korrelation ( im Sinne eines klar formulierbaren Naturgesetzes ) zwischen zweifelhaft gemessener Durchschnittstemperatur „der Erde“ und CO2-Emission konnte bislang nicht nachgewiesen werden.
    c) Die EU hat heute schon die weltweit ambitioniertesten CO2 Grenzwerte mit maximal 95g CO2/km bis 2021. In den USA sind bis 2020 nur 121 g/km vorgeschrieben, in China 117 g/km, in Japan 105 g/km.
    d) Die neue Regulierung bezieht sich nur auf  Neuwagen. Der europäische Bestand von ca. 250 Mio. Fahrzeugen wird von der Regulierung dagegen nicht erfasst.
    e) Zu den CO2-Emissionen gesellen sich andere Emissionen wie Partikel- und Feinstaubemissionen.

Als Fazit bleibt festzuhalten: Emotion verkauft sich weiterhin besser als Ratio und Feindbilder lassen sich wirkungsvoller bekämpfen als fundierte Analyseergebnisse,

meos hat einen Artikel zum Thema:  „Die neuen EU CO2 Zielvorgaben für Automobile bis 2030 – Politik der kleinen Schritte oder großer Wurf?“ verfasst, um dem Wunsch der Befragten nach einer objektiveren Berichterstattung zu diesem Thema Rechnung zu tragen.

Dieser Artikel kann unter:
Die neuen EU CO2 Zielvorgaben für Automobile bis 2030
heruntergeladen werden.

Auch in Zukunft werden sich die Experten von meos solchen Themen widmen, wo wir von Defiziten in der Berichterstattung hören wie zum Beispiel bei der „Verteufelung des Diesels“.

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