Pkw-Neuzulassungen in Westeuropa: März 2015

Pkw-Neuzulassungen in Westeuropa:
März 2015

Frühlingsgefühle bei der Pkw-Nachfrage

Im März 2015 erreichten die Pkw-Neuzulassungen ein Plus von elf Prozent. Dies war mit über 1,56 Millionen Pkw das beste März-Ergebnis seit fünf Jahren.

Dennoch lag der März 2015 um sieben Prozent unter dem durchschnittlichen Niveau eines März der Vorkrisenjahre 2000 bis 2007. Trotz der überraschend positiven Entwicklung bewegt sich die Pkw-Nachfrage in Westeuropa weiterhin noch auf einem niedrigen Niveau, der Aufholprozess gewinnt aber zunehmend an Dynamik.

Von den fünf großen Märkten stach wiederum Spanien mit einem Plus von über 40 Prozent hervor. Hier macht sich die Verschrottungsprämie weiterhin positiv bemerkbar. Aktuell wird davon ausgegangen, dass das neu aufgelegte Programm bis zu den Wahlen im Spätherbst laufen soll. Spanien schloss das erste Quartal mit 32 Prozent mehr Zulassungen ab als im Vorjahreszeitraum.

Großbritannien lag mit plus sechs Prozent ebenfalls über den Erwartungen. Mehr als 490.000 Neuzulassungen bedeuten das beste Ergebnis aller europäischen Länder. Hier ist der März traditionell der stärkste Monat im Jahr, da viele Kunden die dann neu herausgegebenen Nummernschilder abwarten. Zudem wurden bis Ende März für abgasarme Flottenfahrzeuge Vergünstigungen gewährt. Dies wird zu nicht unerheblichen Vorkäufen geführt haben. Nach drei Monaten liegen die Neuzulassungen in Großbritannien knapp sieben Prozent im Plus. Dies ist ein etwas geringeres Wachstum als im Durchschnitt der anderen westeuropäischen Länder, allerdings bewegen sich die Neuzulassungen schon seit längerem wieder über dem Vorkrisenniveau.

Folie2Deutschland entwickelte sich mit plus neun Prozent besser als erwartet, zeigt aber eine etwas geringere Dynamik als andere Länder. Zum einen gibt es hierzulande keine zusätzlichen Anreize wie zum Beispiel in Spanien, zum anderen ist der Nachholbedarf geringer als in den Ländern die vonn der Krise stärker betroffen waren.

Frankreich verzeichnete ebenfalls wieder ein Plus von gut neun Prozent und zeigte sich nach schwächeren Monaten deutlich erholt. Nach drei Monaten weisen die Neuzulassungen ein Plus von fast sieben Prozent auf.

In Italien wurde mit über 160.000 neu zugelassenen Pkw ein Plus von 15 Prozent erreicht. Damit entwickelte sich dieser Markt wieder einmal dynamischer als angenommen. Zum dritten Mal in Folge waren die Wachstumsraten im Vormonatsvergleich zweistellig. Es waren die höchsten monatlichen Zuwächse seit dem ersten Quartal 2010.

Trotz weiterhin vorhandener wirtschaftlicher Probleme in einigen Ländern, zeigt das Verbrauchervertrauen in den fünf großen Automobilmärkten deutlich nach oben. Außer in Deutschland hat das Verbrauchervertrauen inzwischen den höchsten Wert seit Anfang 2011 erreicht. Trotz positiver Entwicklung bleiben die Franzosen am pessimistischsten. Die Optimisten in Westeuropa befinden sich in Großbritannien. Das Vertrauen der Industrie liegt  außer in Frankreich und Italien unter dem der Verbraucher. Hier machen sich noch latente Unsicherheiten bezüglich der künftigen wirtschaftlichen Entwicklung bemerkbar. Folie3Aufgrund der erhöhten Nachfragedynamik der letzten Monate und leicht verbesserter wirtschaftlicher Rahmenbedingungen werden in Westeuropa für das Gesamtjahr 2015 zirka 12,72 Millionen Neuzulassungen, ein Plus von fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr, erwartet.

Dabei wird Frankreich mit drei Prozent das geringste Wachstum der großen Pkw-Märkte aufweisen. Die Nachfrageentwicklung des ersten Quartals und ein wenn auch steigendes, aber relativ niedriges Verbrauchervertrauen sprechen im Moment gegen eine stärkere Erholung.

Deutschland wird mit über drei Prozent leicht unterdurchschnittlich wachsen, da das hohe Angebot an Gebrauchtwagen aufgrund mangelnder Nachfrage aus dem Ausland immer noch negative Auswirkungen auf die Neuzulassungen hat. Außerdem ist der Ersatzbedarfsdruck aufgrund der hohen Neuzulassungen 2009 im Rahmen der Verschrottungsprämie nicht so hoch wie in anderen Ländern.Folie4Italien ist auf einem wesentlich dynamischeren Weg aus der Absatzkrise als Frankreich. Auch wenn die Wirtschaftsprognosen nur ein leichtes Wachstum in diesem Jahr vorhersagen und diskutierte Steuererhöhungen dämpfend wirken, führt der aufgestaute Ersatzbedarf auch in 2015 zu einer Zunahme der Neuzulassungen in Höhe von fast zehn Prozent. Um wie viel höher der Druck aus dem Ersatzbedarf ist, zeigt ein Vergleich mit dem Vorkrisenniveau. Italien liegt dabei um 36 Prozent unter dem Durchschnitt der Jahre 2000 bis 2007, während es bei Frankreich “nur“ 11 Prozent sind.

Großbritannien hat die Krise hinter sich und das Vorkrisenniveau bereits überschritten. So ist für 2015 zwar mit einer weiteren Steigerung zu rechnen, allerdings wird das Plus mit etwas über drei Prozent aufgrund des bereits erreichten Niveaus geringer ausfallen als letztes Jahr. Zusätzlich können die nächsten Monate unter den im ersten Quartal vorgezogenen Neuzulassungen aufgrund der ausgelaufenen Vergünstigungen für abgasarme Flottenfahrzeuge leiden.

In Spanien wird die bis zu den Wahlen im Spätherbst verlängerte Verschrottungsprämie auch 2015 zu einem weiteren Plus von gut fast 15 Prozent führen. Dabei ist davon auszugehen, dass zum Jahresende und Anfang 2016 ein negativer Gegeneffekt eintreten wird, sodass die Neuzulassungen 2016 niedriger ausfallen werden als in diesem Jahr.Folie5Auch wenn das Plus von fünf Prozent eine Prognose ist, die vor einigen Monaten noch nicht in dieser Höhe erwartet wurde, werden die Neuzulassungen 2015 dann immer noch fast 13 Prozent unterhalb des Vorkrisenniveaus der Jahre 2000 bis 2007 liegen.

Die größten Abweichungen und damit immer noch die – relativ zum Vorkrisenniveau – niedrigsten Neuzulassungen werden in Italien und Spanien zu verzeichnen sein.  Frankreich dagegen ist schon wieder wesentlich näher an diesem Niveau und hat somit ebenso wie Deutschland einen wesentlich geringeren Nachholbedarf für die kommenden Jahre.Folie6Von den fünf großen Pkw-Märkten hat einzig Großbritannien das Vorkrisenniveau bereits wieder überschritten. Hier haben Nachholeffekte aus dem Ersatzbedarf aufgrund schnellerer wirtschaftlicher Erholung bereits wesentlich früher eingesetzt.

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