Die tatsächliche private Nachfrage bei den Pkw-Neuzulassungen

Die tatsächliche private Nachfrage bei den Pkw-Neuzulassungen

Pressemeldung zur aktuellen meos-Studie
“Deutschland 2020 – Die Entwicklung der Pkw-Nachfrage”

In letzter Zeit häufen sich die Meldungen und Expertenaussagen, dass die private Pkw-Nachfrage in Deutschland stetig sinkt. Dies ist eine eklatante Fehlinterpretation der offiziellen Statistik des Kraftfahrt-Bundesamtes, so lautet eine der Kernaussagen der aktuellen Studie “Deutschland 2020 – Die Entwicklung der Pkw-Nachfrage“ der Unternehmensberatung meos automotive consulting.D_2020_Charts_privat_2

Der Anteil der offiziellen privaten Neuzulassungen (erster Privatmarkt) sinkt zwar kontinuierlich, steht aber nicht im Zusammenhang mit der tatsächlichen privaten Nachfrage nach neuwertigen Pkw. Die automobilen Vertriebswege über Händler, Vermieter und Hersteller werden genutzt, um das Angebot an fertig konfigurierten neuwertigen Pkw zu erhöhen. Es entsteht ein immer größer werdender zweiter Privatmarkt, den der Verbraucher in zunehmendem Maße als preiswerte Alternative zu einer direkten Neuzulassung nutzt.

Die Experten von meos berechnen, dass 2015 zusätzlich zu dem Anteil von 34 Prozent direkter privater Neuzulassungen, ein weiterer Anteil von 16 Prozent aller Neuzulassungen über den Umweg einer gewerblichen Zulassung zeitnah an den Privatkunden übergeht. Die tatsächliche private Nachfrage nach neuwertigen Pkw beträgt also, ebenso wie in 2010, die Hälfte aller Zulassungen. Vor fünf Jahren betrug der offizielle Anteil an Privatzulassungen aber noch 43 Prozent, der zweite Privatmarkt hatte einen Anteil von sieben Prozent.D_2020_Charts_privat_1

Die meos-Prognose geht davon aus dass sich diese Entwicklung bis 2020 fortsetzen wird. Die private Nachfrage wird dann weiterhin bei rund 50 Prozent liegen, jedoch wird der zweite Privatmarkt den ersten weiterhin substituieren und seinen Anteil sukzessiv auf 22% aller Neuzulassungen erhöhen.

Dieser zweite Privatmarkt wird 2020 ein Volumen von 730.000 Neuzulassungen haben, ein Plus von 46 Prozent gegenüber diesem Jahr. Knapp 60 Prozent davon, weit über 400.000 Pkw werden über die Händler in den Markt gebracht werden.

“Das Beklagen mangelnder privater Nachfrage, nur weil die offiziellen privaten Zulassungen weiter zurückgehen, kann zu einer dramatischen Fehleinschätzung der tatsächlichen Situation, mit womöglich schwerwiegenden Folgen für die Absatz- und Marketingpolitik der Hersteller führen “, so das Fazit von Martin Eggloff, Geschäftsführer von meos automotive consulting.

Definition:                                                                                                                                
Tatsächliche private Nachfrage = erster Privatmarkt (offizielle Statistik) + zweiter Privatmarkt (Übergang kurzfristiger Neuzulassungen aus dem gewerblichen Bereich in den Privatmarkt).

Dieser Artikel ist die Zusammenfassung eines Kapitels der meos-Studie “Deutschland 2020- Die Entwicklung der Pkw-Nachfrage”.
Die Studie analysiert den deutschen Pkw-Markt unter verschiedenen Gesichtspunkten und gibt eine Prognose bis zum Jahr 2020. Neben der gewerblichen Nachfrage werden unter anderem Themen wie Elektromobilität, SUVs, und Händlernetze behandelt. Darüber hinaus werden drei Szenarien vorgestellt wie sich eine erhöhte Zuwanderung auf die Pkw-Nachfrage bis 2020 auswirken könnte.

Mehr Informationen erhalten Sie unter: meos.info@t-online.de

Hier können Sie sich diese Pressemeldung mit Graphiken als PDF herunterladen:
PDF: PM gewerbliche Zulassungen mit Graphiken

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