Das eMobil Angebot nach der IAA 2017

Das eMobil Angebot  nach der IAA 2017
Nach Euphorie folgt Ernüchterung

Der erste große Auftritt der Branche nach dem Dieselgipfel hinterlässt mehr Fragen als Antworten. Den, nicht zuletzt durch die Medien und die Politik geschürten, hohen Erwartungen konnte die Automobilindustrie auch in Frankfurt keine kurzfristig realisierbaren Lösungen folgen lassen. Den Verkaufsaktionen, die genauer betrachtet auch nur den Charakter klassischer Verkaufs-Incentives haben, folgte Business as usual.

Was bleibt, ist Ernüchterung und die Hoffnung, dass Ankündigungen wie die von VDA Präsident Matthias Wissmann: „ … die Mitgliedsfirmen werden in den nächsten drei Jahren  die Zahl der angebotenen eMobile von zur Zeit 30 auf über 100 Modelle erhöhen.“  Taten durch die Hersteller folgen:

  • dass nach der Vision von Daimler Chef Dieter Zetsche, bis 2022 das komplette Modellangebot von Mercedes auch mit Elektroantrieben zur Verfügung stehen wird,
  • dass Smart ab 2020 zur Elektroauto-Marke avanciert.
  • dass BMW bis 2025 rund 25 Elektromodelle auf den Markt bringt, davon 12 reine eMobile.
  • dass VW bis 2025 weltweit mehr als 80 neue elektrifizierte Modelle einführen wird, darunter fast 50 reine eMobile und 30 Plug-In-Hybride.
  • dass auch alle anderen Wettbewerber nicht fünf gerade sein lassen und mit innovativen und herausfordernden Produkten ihren Beitrag leisten werden.

Der Gesamtmarkt wächst. Das Angebot an Fahrzeugen mit alternativen Antriebsarten stagniert – bestenfalls.

Das Angebot an „real erhältlichen“, sprich kaufbaren Modellen ist nach wie vor sehr übersichtlich. Verglichen mit dem Modellangebot an Fahrzeugen mit alternativen Antrieben (reine e-Mobile, Plug-in Hybrids, Hybrids und gasbetriebenen Fahrzeugen) Ende März diesen Jahres, hat sich das Angebot per Ende September diesen Jahres in Summe nur marginal verändert.

Konnte man im März über alle KBA-Segmente noch unter 140 Modellen wählen, so hat man im September immerhin noch die Wahl unter 133 Modellen. Ja, in der Tat, innerhalb von sechs Monaten gibt es in einem wachsenden Gesamt-markt, in Summe zwei Modelle weniger! Wie kann das sein?

Ein Blick auf die Situation bei den jeweiligen Antriebsarten zeigt, je nach KBA Segment, ein differenziertes Bild

Bei den reinen e-Mobilen: Trotz neuer Modelle, wie das Smart fortwo Cabrio und Coupé, den Smart forfour, den Opel Ampera-e, ist die Auswahl geschrumpft. Der Grund liegt einerseits im reduzierten Variantenangebot von Tesla bei den S- und X-Modellen und andererseits soll die Mercedes B-Klasse (B 250-e), noch vor dem anstehenden Modellwechsel, bereits im Herbst aus dem Markt genommen werden.

Das Gros des Angebots ist, wie auch in Frühjahr, in den kleinen Segmenten zu finden; also bei den sogenannten  Minis, den Kleinwagen und in der Kompaktklasse. Immerhin kann hier der Interessent zwischen 19 Fahrzeugmodellen, die von 12 Marken angeboten werden, wählen.

Nach wie vor gibt es kein Angebot in der Mittelklasse und der oberen Mittelklasse. In der Oberklasse ist Tesla weiterhin der einzige Anbieter.

Bei den Plug-in Hybrids sind der Hyundai Ioniq, der Kia Optima Sportswagon und der Volvo S90 als neue Angebote hinzugekommen. Die neue Mercedes S-Klasse gibt es (noch) nicht als Hybrid.

Während es in den unteren Segmenten kein bis nur ein sehr geringes Angebot an Fahrzeugen gibt, sind in der Mittelklasse, der oberen Mittelklasse und den SUV´s Fahrzeuge der Marken Mercedes, BMW, Porsche, Volkswagen, Volvo und Mitsubishi zu finden. Von Audi (bisher) nur der Q7. In Summe vier Modelle mehr als noch vor sechs Monaten.

Das Angebot von Fahrzeugen mit Hybrid-Antrieb ist durch den Wegfall der S-Klasse Modelle (300h und 400h), des Citroen DS 5, sowie des Land Rover Angebots ebenfalls geschrumpft.

Viel Bewegung gab es bei den gasangetriebenen Fahrzeugangeboten. Neu sind der Audi A4 Avant  G-tron, der Audi A5 Sportback G-tron, Skoda Oktavia Limousine und Kombi,  Dem gegenüber sind weggefallen: KIA Picanto, von Ford der Fiesta, die Focus Limousine und der Turnier sowie von Opel der Insignia, Mervia und Combo.

Die Unsicherheit, welche Antriebsart sich letztlich durchsetzen könnte, ist groß

Auf den ersten Blick hat sich in Summe das Angebot von Fahrzeugen mit alternativen Antrieben nicht verändert. Auf den zweiten Blick zeigt sich, dass einzelne Hersteller sich mit Ihrem Produktportfolio von alternativen Antriebsarten auf für sie unsicherem Terrain bewegen. Sie verhalten sich eher reaktiv, den Wettbewerb beobachtend, als „fast follower“, als aktiv die entsprechenden Segmente zu besetzen.

Allein die Volkswagen Group beginnt mit den Marken Audi und Skoda sich im Bereich der Gasangetriebenen Fahrzeuge in die Mittelklasse vorzutasten.

Das Angebot von Fahrzeugen mit reinem Elektroantrieb verharrt im Status quo. Zu groß scheint die Unsicherheit, welche Antriebsart sich letztlich durchsetzen wird.

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Kontakt und  weitere Informationen zum Beitrag und zu meos: meos.info@t-online.de

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